Glaube in der Gesellschaft leben



Christen leben in dieser Welt als Menschen, die sich bewusst der Herrschaft Gottes unterstellt haben und damit letztlich Bürger eines ganz anderen Reiches sind – des Reiches Gottes. Als solche sendet Christus sie in diese Welt hinein – in die Welt, die Gott geschaffen hat und die er liebt. Und nun?

Christen haben von Christus einen klaren Auftrag bekommen: Menschen zu „Jüngern“ zu machen (Mt 28, 19). Sie sollen andere zu einem Leben in der Nachfolge Jesu einladen und helfen, Ihm immer ähnlicher zu werden. Getreu diesem Auftrag lautet auch unsere Gemeindevision als FeG Mainz: Von Gottes Liebe begeistert helfen wir M.A.I.N.Z! – Menschen.aktiv.in der.Nachfolge Jesu.zu leben!“ Wo das geschieht und wir uns mehr und mehr von Christus prägen und bestimmen lassen, wirkt sich das positiv auf unser Umfeld und damit auch auf die Gesellschaft aus. Christus hat denen, die Ihm folgen nicht gesagt: „Verlasst diese Welt!“ oder „Zieht euch hinter Kirchenmauern oder auf private Frömmigkeit zurück“, sondern ganz im Gegenteil. Er hat sie in diese Welt zu den Menschen gesandt. Sie sollen ihren Glauben bezeugen und leben – im ganz normalen Alltag und in der Gesellschaft.

Ja, Christen sind „nicht von dieser Welt“, aber sie leben „in dieser Welt“ (Joh 17, 14ff). Sie sind anders. Sie gehören einem Anderen. Sie folgen anderen Zielen und Werten. Und gerade deshalb haben sie auch Interesse an den von Gott geschaffenen und von Ihm unendlich geliebten Menschen. Die Welt, die Schöpfung, die Menschen – das alles kann ihnen nicht egal sein! Warum? Weil es auch Christus nicht egal ist! Er verließ die himmlische Herrlichkeit und kam auf diese Erde. Er wurde Mensch, um den Menschen die Liebe Gottes zu zeigen und sie persönlich erfahrbar werden zu lassen. Er hat Kranke gesund gemacht, Hoffnungslosen neue Hoffnung gegeben, Ausgestoßene in die Arme genommen, mit Schuld Beladenen den Weg zur Freiheit gewiesen, zum richtigen Umgang mit Geld und Besitz gepredigt u.v.a. Er ist in diese Welt gekommen und hat sie verändert! Und er tut es immer noch – tut es vor allem durch seine Jünger – also die, die sich von Ihm senden und gebrauchen lassen. Auch heute!

In der Bergpredigt - seinem Regierungsprogramm bzw. dem Grundgesetz des Reiches Gottes – sagt Er denen, die an Ihn glauben: „Ihr seid das Salz der Erde“ und „Ihr seid das Licht der Welt“ (Matthäus 5, 13ff). Wo Christen ihren Glauben in der Gesellschaft mit Worten und Werken bezeugen, da hat das positive Auswirkungen. Als einzelner Christ und wir als einzelne Gemeinde werden mit dem, wie wir leben und was wir reden und tun, nicht die ganze Gesellschaft verändern. Aber wo ich bzw. wir als „Salz der Erde“ hineinwirken, da bekommt diese einen anderen Geschmack; wo ich bzw. wir als „Licht der Welt“ in unser Umfeld etwas vom Licht der Herrlichkeit Jesu leuchten lassen, da entsteht Wärme und neue Orientierung.

Wir lösen als FeG Mainz in Zusammenarbeit mit anderen Bürgern und Gemeinden in Gonsenheim im „Brotkorb“ weder das Hungerproblem dieser Welt, noch alle sozialen Probleme in Mainz. Aber den deutlich über 140 Menschen, die Woche für Woche im „Brotkorb“ für einen Euro gute Lebensmittel bekommen können, helfen wir zu einem Stück mehr Lebensqualität. Und ganz nebenbei helfen wir dabei mit, dass weniger Nahrungsmittel in unserem Land einfach weggeworfen werden.

Mit dem Malkurs für Flüchtlingskinder im August in unserer Gemeinde haben wir diesen Kindern mit ihren Familien noch keine Wohnung oder Arbeit besorgt, aber sie durften erleben, dass sie willkommen sind und kreatives Potential haben. Dort, wo ich mich in einem Fachgeschäft beraten lasse und dann auch dort das Produkt kaufe, zeige ich, dass Geiz nicht geil ist und ich somit die Kundenfreundlichkeit des Beraters wertschätze. Wenn ich mich auf politischer Ebene einbringe, werde ich nicht erreichen, dass alle Gesetze in unserem Staat mit den guten Geboten Gottes über- einstimmen, aber ich kann an einzelnen Punkten mitgestalten und immer wieder daran erinnern, dass wir eine Verantwortung vor Gott haben.
Wir werden diese Welt durch unsere Bemühungen nicht in das Paradies oder in „himmlische Zustände“ verwandeln. Den neuen Himmel und die neue Erde, in der die Gerechtigkeit Gottes unangefochten gilt, wird Gott schenken, wenn Jesus wiederkommt. Doch bis dahin dürfen, sollen und können Christen etwas davon sichtbar und erfahrbar werden lassen. Echter Glaube an Jesus Christus will in der Gesellschaft gelebt werden und nicht nur in schönen Gottesdiensten. Es gibt viel zu tun, packen wir das jeweils konkret an, was Gott uns aufs Herz und vor die Füße legt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.