Ostern – der Tod hat nicht das letzte Wort



Jedes Jahr feiern Christen im Frühling das Osterfest. Im Vergleich zur festlichen Stimmung und dem ganzen Drumherum an Weihnachten, geht es fast etwas unter. Dabei ist es mit dem Karfreitag zusammen eigentlich das Wichtigste und Bedeutsamste, was es zu feiern gibt.

 Weihnachten ist ein tolles Fest. Wir feiern, dass Gott Mensch wurde und zu uns auf die Erde gekom-men ist. In Jesus Christus hat er sich in einer unüberbietbaren Weise offenbart und sich uns persön-lich vorgestellt. Wie Gott ist und wie er sich unser Menschsein vorstellt können wir an dem ablesen, was uns von Jesus und seinem Leben auf der Erde berichtet wird. Doch der absolute Höhepunkt ge-schieht am Karfreitag und Ostern. Da zeigt sich, mit welchem Auftrag Jesus kam und was sich da-durch grundlegend verändert hat für uns. Dabei lassen sich diese beiden „Festtage“ nicht voneinan-der trennen. Sie hängen nicht nur kalendarisch zusammen, sondern auch bedeutungsmäßig.
Paulus schreibt dazu an die Christen in Rom: Christus „ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt“ (Röm 4, 25). Mit anderen Worten: der Tod Jesu am Kreuz bringt uns Vergebung, seine Auferstehung bringt uns neues Leben in Gemeinschaft mit Gott. 
Am Kreuz von Golgatha lässt Jesus sein Leben für jeden von uns und erträgt die Folgen der Sünde, die auf dieser Welt und den Menschen lasten. Sünde ist das, was uns von Gott trennt und das Leben zerstört. Doch weil Gott nicht unseren Tod will, sondern dass wir mit ihm gemeinsam und damit auch erfüllt leben, ist er bereit, für uns zu sterben. Das ist geschehen. Daran erinnert uns der Karfreitag: Gott will nicht unseren Tod und liebt uns so sehr, dass er selbst für uns in den Tod geht. Damit packt er ein Grundproblem des Menschen und die tiefste Ursache der Sünde an: das Misstrauen des Men-schen Gott gegenüber (siehe dazu vor allem Genesis 3: Sollte Gott gesagt haben? Meint er es wirklich gut mit uns? usw.). Am Karfreitag legt Gott einen überdeutlichen Beweis dafür ab, dass er nicht nur unser Bestes will, sondern sein Bestes gibt: sich selbst für uns. Doch die Geschichte geht weiter und es wird Ostern. In der Auferweckung Jesu unterstreicht Gott, dass es sich am Kreuz nicht um einen Justizirrtum, -skandal oder das traurige Scheitern eines guten Menschen handelt, sondern um Gottes bewußten Plan, seinen Menschen wieder das wahre, das „ewige“ Leben zu bringen. Wirkte Gott am Kreuz eher passiv (als Leidender), so zeigt sich hier deutlich, wie aktiv er ist (als Lebendigmachender und Lebender). Vor allem aber wird hier klar: der Tod hat nicht das letzte Wort! Der Tod konnte Jesus nicht im Grab halten – Jesus hat „dem Tod die Macht genommen und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht“ (2. Timotheus 1, 10). Wer jemals in irgendeiner Form mit dem Tod konfrontiert wur-de, weiß wie bedrohlich er ist und wie endgültig er auf dieser Erde einen trennenden Punkt setzt. Paulus nennt ihn den „letzten Feind“ (1. Korinther 15, 26). Doch dieser Feind wurde besiegt und überwunden. Jesus hat von sich gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“ (Joh 11, 25f). Ok: wir sterben noch auf dieser Erde, aber kraft der Auferstehung Jesu dürfen wir damit rechnen, dass wir auch einmal auferstehen werden, wenn er wiederkommt. Wir dürfen darauf vertrauen, dass die Lebensverbindung mit Jesus, die wir hier und heute eingehen können, für immer bestehen bleibt – auch jenseits unseres irdischen Lebens. 
In 1. Korinther 15, 12ff beschreibt Paulus, dass mit der Auferstehung Jesu der christliche Glaube steht und fällt. Er erklärt: Ist Christus nicht auferstanden, dann ist die Botschaft des Evangeliums nicht mehr als nette, aber bedeutungslose Worte, wir wären noch in unseren Sünden, würden über Gott die Unwahrheit sagen und mit unserem Tod wäre alles aus. Der christliche Glaube wäre dann eine rein menschliche Idee und gäbe weder Hoffnung noch Halt. Dann – so folgert Paulus weiter - macht es keinen Sinn, um Gottes und der Verkündigung des Evangeliums Willen Schwierigkeiten und Ent-behrungen auf sich zu nehmen. Dann sollten wir einfach die paar Jahre/Jahrzehnte Leben, die wir haben, zum fröhlichen Dahinleben verwenden (V 32) und – so möchte ich ergänzen – besser nicht über den Sinn des Lebens und den Tod nachdenken. Mitten in diesen Gedankenspielen und direkt nach der Feststellung, dass wir arm dran wären, wenn wir die Auferstehung Jesu und ihre Folgen für uns verneinen, ruft Paulus froh und zuversichtlich aus: „Nun aber IST Christus auferstanden von den Toten als Erster“ und ihm folgen alle, die an ihn glauben. 
Deshalb ist Ostern das wichtigste Fest: es ist das Fest des neuen Lebens, der Überwindung des Todes, der Hoffnung und der Freude, dass wir für immer und ewig in Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott leben dürfen. Wenn das nicht der beste Grund zum Feiern ist?! 

Veranstaltungshinweise

Passend zur Buchvorstellung „Das Buch der Mitte“:
Am Donnerstag, den 1. Juni wird der Autor Vishal Mangalwadi bei uns in der Gemeinde sein
(in Zusammenarbeit mit der Alpha-Buchhandlung).
Genauere Infos und Thema reiche ich noch nach – warte auf Rückmeldung der Alpha!

Praxis-Seminar Bibelauslegung am 23./24. Juni 2017
 (Fr.: 20-22 Uhr; Sa.: 10-17 Uhr - incl. Mittagessen)
Gemeinsam unter Anleitung entdecken wir Wege der Bibelauslegung und intensiven
Beschäftigung mit Gottes Wort - nicht nur als Input, sondern mit eigenen Übungen.
Herangehensweisen verstehen, Hilfsmittel kennenlernen, eigene Texte erarbeiten. 
Ein Seminar für alle, die tiefer in die Bibel eindringen möchten. Jeder ist herzlich eingeladen.
Für Teilnehmer eines anschließenden „Praxis-Seminar Predigt“ ist dieses Seminar Vorausset-zung. (Das Predigtseminar ist für alle die, die bereits predigen, gepredigt haben und für die, die hier einmal „testen“ wollen, ob sie da eine Befähigung von Gott her haben - Termin 2017 noch offen).